Recruiting Video Employer Branding Video Fachkräfte finden - Was braucht ein Arbeitgebervideo um zu wirken und Fachkräfte zu finden?

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Employer Branding Videos bieten die Möglichkeit ein Unternehmen erlebbar zu machen und so neue Talente und Fachkräfte für sich zu gewinnen indem sie gebündelt Informationen anschaulich vermitteln. Welche Vorteile und Verbreitungsmöglichkeiten bietet dieses Medium? Wie setzt man es gekonnt ein? Und was hat das alles mit Karpfen zu tun?

Jeder Angler hat seinen Fisch-Favoriten.Um diesen an den Haken zu bekommen, muss man Vorlieben und Eigenarten kennen: wo und wann tummelt sich diese Art am liebsten. Beißt sie eher tags oder nachts? Und wie muss der Köder beschaffen sein? Ich selbst bin beruflich umgeben von Anglerlatein. Einer meiner KNITTERFISCHPartner hat eine Leidenschaft fürs Karpfenfischen. Während der Saison fährt er mehrmals wöchentlich hinaus zum Anfüttern. Dann sitzt er stundenlang fast meditativ am Wasser, den digitalen Funkbissanzeiger in der Hosentasche wartend auf den Vibrationsalarm. Ob sich der Aufwand auszahlt, ist immer mit einem Quäntchen Glück verbunden. Doch seiner Meinung nach ist die Aussicht auf Erfolg besonders groß, wenn man den Fisch gut kennt, ihn genauestens studiert hat, um den perfekt gemischten Köder im richtigen Moment im Wasser zu platzieren. Dann beißen die Fische und hängen an des Anglers Haken.

Bei einem erfolgreichen Recruiting Video ist es ähnlich. “Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.” Damit ist die Rezeptur für ein zugkräftiges Recruiting Video auch schon auf den Punkt gebracht.Wie der versierte Angler, so hat auch das rekrutierende Unternehmen die Möglichkeit, in Form von online veröffentlichten Filmen seine Botschaften in schmackhaften Häppchen an die potentiellen und hart umworbenen Arbeitnehmer zu verteilen. Die Videos ermöglichen Arbeitgebern eine persönliche Ansprache der Jobsuchenden. Die individuelle Selbstdarstellung erhöht zudem die Attraktivität von Unternehmen gegenüber Fachkräften.

Eine jüngste Umfrage von Stellenanzeigen.de bestätigt den Erfolg von Recruiting-Videos (ohne mehr Einzelheiten zur Teilnehmerzahl der Umfrage bekannt zu geben, lt. eigenen Angaben hat Stellenanzeigen jedoch mehr als 2 Mio Visits/Monat). 55% der Befragten gab an, dass sie sich eher bei Firmen mit Arbeitgebervideos bewerben, 20,9% meinten, daß sie Stellenangebote mit Videos besonders attraktiv empfänden und 23,3% der Teilnehmer suchen sogar gezielt nach Arbeitgebervideos bei der Suche nach einem neuen Job.

Arbeitgebervideos

Quelle: http://www.stellenanzeigen.de/umfrage/

 


 

Ein Recruiting Video – viele Vorteile

Ein Beispiel, wie es mir aktuell häufig begegnet, sind IT-Firmen mit mehreren Vakanzen in der Softwareprogrammierung. Diese möchte ich zum Beispiel nehmen: sagen wir, die Firma heißt “MacroHard Dynamics” und ist regional ansässig. Sie will neben Print- und Online-Stellenanzeigen ein Recruiting Video produzieren lassen und tritt an uns als Film- und Werbetreibende heran. Die Geschäftsleitung ist netzaffin und hat einen Vorteil schon erkannt: Im Vergleich zu Print- und Onlineanzeigen lassen sich Videos gut in sozialen Netzwerken bei relativ geringen Werbe- und Schaltungskosten teilen.

Im Recruiting Sektor hat “MacroHard Dynamics” darüber hinaus ein wirkungsvolles Medium, um in der Social Media Welt eigene Statements zum Unternehmen durch Mitarbeiter und Führungskräfte authentisch zu vermitteln. Die Streuverluste durch die simple Einbindung der Videos via Youtube oder Vimeo im Karrierebereich der Unternehmenswebsite, Recruitingportalen oder in sozialen Netzwerken sind zudem sehr gering.

Ergänzend kann für “MacroHard Dynamics” zudem regionale Kinowerbung ein sehr effizienter Verbreitungskanal sein, denn hier wirkt der Film auf meist gut ausgebildete und aktive Kinogänger, welche sich dieser “Werbung” nicht entziehen können. Dies kann auch dem Imageaufbau als lokale Arbeitgebermarke sehr zuträglich sein.

Recruiting Videos bieten zudem die Möglichkeit, das eigene Unternehmen und die angebotenen Stellen umfangreich und vor allem unterhaltsam zu kommunizieren. Professionelle Recruiting Videos helfen, einen positiven Eindruck bei potentiellen neuen Mitarbeitern zu hinterlassen und steigern damit die Chancen für “MacroHard Dynamics”, den RICHTIGEN Bewerber zu finden, da dieser den potentiellen Arbeitgeber besser bewerten kann. Dabei geht es jedoch nicht zwingend darum MEHR Bewerbungen für eine Stelle zu generieren.


 

Recruitingfilme sind keine Imagefilme!

Fakt ist: Die Mitarbeitersuche in der IT-Branche in unserer Region ist ein Geduldspiel. Das erfahre ich als Initiator von Kreatives Dresden im Kontakt mit den Kreativen der Stadt bei der Suche und den Angeboten von Arbeitsplätzen jedes mal aufs Neue. Damit habe ich den Vorteil beide Perspektiven gut zu kennen: Die der Agenturen und die der Arbeitsuchenden. Am Ende wollen beide das Gleiche: Einen Arbeitsplatz, bei dem alle an das glauben, was das Unternehmen anbietet und sich damit bestenfalls identifizieren.

Nicht immer gelingt das so unterhaltsam wie in diesem Recruiting Video eines vergleichbaren IT-Unternehmens namens RISUAL

Um die Ziele eines Unternehmens überzeugend zu kommunizieren, liegt die Priorität eines Recruituing Videos deshalb auf Authentizität. Gerade bei Fachkräften wie Software-Programmierern sind die Anforderungen an den Arbeitgeber hoch. Jobsuchende wollen keine hohlen Floskeln, sondern einen realen Eindruck zu zentralen Fragen: Wer sind meine neuen Kollegen? Wie sind die Arbeitsplätze ausgestattet? Welches Arbeitsklima erwartet mich? Wie steht es um die Familienpolitik des Unternehmens? Welche beruflichen Herausforderungen erwarten mich?

Für eine reine Unternehmenspräsentation bieten sich Filmformate wie Imagefilme besser an.


 

Was zeichnet ein gutes Recruiting Video aus?

Bei mehreren Stellenangeboten innerhalb eines Unternehmens bietet es sich an, diese in der Gesamtheit zu betrachten und sich selbst als “Arbeitgebermarke” zu definieren. Dann ist es ratsam, die Mitarbeiterwerbung über eine “Mitarbeiterkampagne” zu definieren und die “Einzelclips” einem Branding zu unterziehen.

Die Stärken des “Storytelling” bieten hier ein hohes Potential nicht nur “neue Mitarbeiter” ans Unternehmen zu binden. Durch gezielte Recherche guter Arbeitnehmerstories, können auch bestehende Mitarbeiter noch stärker an das eigene Unternehmen gebunden werden und zu wichtigen authentischen Multiplikatoren für die Besetzung neuer Stellen werden.

Die “Abeitnehmerstory” von 2012 von Schlomo Schapiro, einem Mitarbeiter von ImmobilienScout24 ist ein sehr gutes Beispiel. Sehr unaufdringlich wird in mehreren Videoclips für das Unternehmen als Arbeitgeber geworben.

Schnell wird deutlich: je uninszenierter der potentielle Bewerber die beschriebene Stelle im Video wahrnimmt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auf diese Stelle bewirbt. Das bedeutet für uns als produzierenden Filmemacher eine intensive redaktionelle Recherche im Unternehmen und in den Mitarbeiterreihen, um die Unternehmensstrategie in den Interviews “herauszukitzeln”. Somit ist es ratsam, mit einem Interview versiertem Filmteam zu arbeiten, welches es versteht eine entspannte Setatmosphäre zu erzeugen.

Jeder tummelt sich gern unter Seinesgleichen- hält den Kontakt zu ehemaligen Kollegen und Studienfreunden. Ist der “MacroHard Dynamics”- Mitarbeiter also am Ende mit dem Interview zufrieden, wird er den finalen Film sicher gern an seine Freunde und Bekannte weiterleiten und wird damit zu einem authentischen Multiplikator des fertigen Films- ein nicht zu unterschätzendes Marketinginstrument zur Verbreitung des finalen Videos. Darum empfiehlt sich, dem potentiellen Bewerber einen Einblick in das neue Unternehmen aus Sicht der späteren Kollegen zu ermöglichen.

Doch nicht jeder weiß sich gut auszudrücken und hat eine gute Kamerawirkung. Ein professionelles Casting in den Mitarbeiterreihen des Unternehmens bildet darum den mitunter wichtigsten Baustein. Das kann verhindern, dass gesprochene Texte zu einstudiert klingen. Wenn möglich, raten wir unseren Kunden davon ab, die Interviewtexte ihren Mitarbeitern vorzugeben oder diese sogar ablesen zu lassen: Unabhängig davon, dass diese dann meist den Protagonisten sehr steif erscheinen lassen, kann so auch schnell das Gefühl entstehen, man habe diesen einer Gehirnwäsche unterzogen.

Ein erfahrener Interviewpartner bringt den Befragten in eigenen kurzen Statements dazu, realistische Einschätzungen zum Unternehmen, dessen Philosophie, dem Arbeitsumfeld, der Work-Life-Balance und dem Job selbst authentisch wiederzugeben und dabei im Idealfall auch im eigenen Ermessen eine gute Figur machen.

Dazu zählen auch kritische Aspekte des jeweiligen Jobs, nur gilt es diese gekonnt zu formulieren – damit wird klar: ein kompetenter Interviewpartner ist das A und O. Zudem sollte im Video auch das Arbeitsumfeld gezeigt werden: bei “MacroHard Dynamics” also der Kickertisch, die schicke Kantine und der hippe Arbeitsplatz.

Last but not least: Wie man auch mit einem kompakten Recruitingvideo ohne Interviews eine effektive Wirkung erzielen kann, zeigt das Beispiel der Möbelfirma “Knoblauch”